»Die Briefe, die nicht ankamen« von Mauricio Rosencof

Mit der Neuausgabe dieses vielleicht wichtigsten und meistübersetzten Werks unseres langjährigen Autors und Freundes Mauricio Rosencof, der im Juni 93 Jahre alt geworden ist, erfüllen wir uns ein Herzensanliegen: »Die Briefe, die nicht ankamen«, 2004 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht, sind der Zwillingsbruder des späteren Romans »Das Schweigen meines Vaters« (Platz 1 der Bestenliste »Weltempfänger« von Litprom, Winter 2024/25). Beide gehören zusammen und greifen in immer neuen Variationen die großen Themen des uruguayischen Autors auf: seine Erfahrungen als »Geisel des Staates« in den Kerkern der Diktatur und die Spurensuche nach den Verwandten, die von den Nazis ermordet wurden. Beide Romane setzen den polnischen Opfern der Shoah ein literarisches Denkmal und sind getragen von der Überzeugung, dass das Vergessen die vergangenen Verbrechen verewigt und nur die Erinnerung den Ermordeten eine Zuflucht bietet.