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152 S., broschiert
| ISBN | 978-3-86241-514-4 |
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| Erschienen | 10/2025 |
»Behindertsein ist schön!«, »Lieber lebendig als normal!« oder »Nichts über uns – ohne uns!« – diese Ausrufe sind kennzeichnend für ein starkes Selbstbewusstsein behinderter Menschen. Doch der Aufbruch vom dankbaren Objekt der Fürsorge zum Ziel der Autonomie und Selbstbestimmung erforderte Kämpfe, die in Vergessenheit zu geraten drohen. Die übliche Perspektive der »Sonderkarriere« von der Sonderschule bis zum Sonderfriedhof zu durchbrechen, erforderte Mut und einen langen Atem. Denn festgefügte Strukturen der Aussonderung, vielfältige Diskriminierungen und alltägliche Entrechtung gehörten zur unhinterfragten Tradition im Umgang mit behinderten Menschen.
»Frech und frei« erzählt vom Widerstand einer sich entwickelnden Selbstbestimmt-Leben-Bewegung seit der Mitte der 1970er-Jahre. Es berichtet von der permanenten Auseinandersetzung mit gängigen Normen, Werten und Körperidealen, die noch oft die Prägungen der nationalsozialistischen Vergangenheit aufwiesen. Es erinnert an Demonstrationen gegen behindertenfeindliche Gerichtsurteile und an Bühnen- und Rathausbesetzungen. Es dokumentiert Proteste für die barrierefreie Nutzung von Bus und Bahn und zeichnet die Gegenwehr gegen neue »Euthanasie«-Forderungen und die Selektion durch humangenetische Techniken nach. Es skizziert den steinigen Weg, bis die Behindertenrechte Eingang in das Grundgesetz fanden, und warnt vor einem drohenden Rollback durch das Erstarken rechtsradikaler Denkweisen.
Das mit Plakaten, Flugblättern und Zeitungsartikeln bebilderte Buch unterstreicht die Erkenntnis: Ohne die bewusste Verletzung von Regeln und Gesetzen wären die Erfolge der emanzipatorischen Behindertenbewegung undenkbar gewesen.
Udo Sierck zählt zu den prägenden Figuren der Behindertenrechtsbewegung; an vielen der Aktionen, die er beschreibt, hat er selbst teilgenommen, manche sogar mitinitiiert. Sein Buch ist Geschichtsschreibung aus erster Hand und trägt eine klare Botschaft: Widerstand lohnt sich, gerade solcher, der Regeln bricht.
Frédéric Valin, Wo sind die Aktionen, die stören?, ND, 5.12.2025
Udo Sierck hat ein mutiges Leben und eine mutige Bewegung in einem mutmachenden Buch zusammengefasst.
Werner Rätz, attac
Wer das Buch liest, fühlt einen stillen Triumph, ähnlich wie bei den Abenteuern von Asterix und Obelix, die sich unerschrocken, frech und humorvoll ihren Feinden stellen – Eigenschaften, die den eigentlichen Zaubertrank ausmachen. Das Buch inspiriert deshalb all jene, die sich wehren wollen.
Philipp Seitzer, Humanwissenschaftliche Universität Köln
Siercks Buch beeindruckt mit vielen einzigartigen Bilddokumenten – von Plakaten, Plaketten über Parolen bis hin zu Postkarten aus Hall in Tirol. In Verbindung mit den inhaltlichen Ausführungen entsteht eine konzise Übersicht der behindertenpolitischen Protestkultur in den letzten 50 Jahren. Ergänzend findet sich ein fundierter Anhang mit Empfehlungen zu Zeitschriften und Magazinen, einer kommentierten Filmauswahl und einer Zeittafel.
Christian Mürner, Zeitschrift MENSCHEN, 5-6/2025
Sierck hat sich für eine sehr gelungene thematische Darstellung entschieden […] quasi ein Mini-Archiv der Bewegung. Also: Pflichtlektüre für die Bewegung!
H.-Günter Heiden, Behinderung & Menschenrecht, Nr. 90, November 2025
Es ist wichtig, sich an die Anfänge der Behindertenbewegung zu erinnern. Und so ist Udo Siercks Ausführungen eine zahlreiche Leserinnen- und Leserschaft zu wünschen, damit die progressive Behindertenbewegung nicht zum Stillstand kommt.
Carsten Rensinghoff, socialnet.de, 5.12.2025
Udo Sierck stellt sein Buch »Frech und frei« auf einer Lesereise vor. Er berichtet von der Entstehung und Entwicklung einer emanzipatorischen autonomen Behindertenbewegung seit der Mitte der 1970er-Jahre, die er als Aktivist selbst wesentlich mit geprägt hat.
Siegen: 29. Oktober 2025, 18 Uhr, Buchpräsentation & Diskussion mit Udo Sierck & Rainer Damerius, Kulturhaus Lyz
München: 7. November 2025, 19:30 Uhr, Abgeschoben und fremdbestimmt oder frech und frei? – Behinderte Menschen gestern und heute, Buchvorstellung und Gespräch, Münchner Kammerspiele
Freiburg: 26./27. November 2025, Kommunales Kino
26.11., 19 Uhr: Filmvorführung „Der Pannwitzblick“ mit anschließender Diskussion mit Regisseur Didi Danquart, Udo Sierck & Nati Radtke
27.11., 18:30 Uhr: Lesung „Frech und frei“, im Anschluss Podium zu „50 Jahre Behindertenbewegung“ mit Udo Sierck & Nati Radtke, der Behindertenbeauftragten Sarah Baumgart und Roshan Saeed (Selbstvertretungsgruppe Flucht und Behinderung), Moderation: Johanna Metzler