Ha, Kien Nghi (Hg.)

Asiatische Deutsche

Vietnamesische Diaspora and Beyond

ISBN 978-3-86241-409-3 | erschienen 06/2012 | 344 Seiten | Paperback | vergriffen | 18,00 €

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Am Beispiel der vietnamesischen Migration, die vor allem in Berlin stark präsent ist, lässt sich aufzeigen, dass das Leben in der Diaspora vielgestaltige Formen annimmt und dieser Prozess aus der Perspektive der migrantischen Subjekte zu denken ist. Indem die Nation von ihren Rändern aus neu gedacht wird, können bisher vernachlässigte Fragen und marginalisierte Räume in den Fokus genommen werden. Dieser Perspektivwechsel durchzieht die vielschichtigen Analysen, Gespräche, Porträts, Foto-Essays und Kurzgeschichten namhafter WissenschaftlerInnen und talentierter KünstlerInnen, die diesen Raum mit Leben und Innenansichten füllen.

Im ersten Teil des Bandes werden essenzialistische Identitätskonstruktionen sowie das homogenisierende Kulturverständnis hinterfragt und zeitgenössische Bedeutungen der asiatischen Diaspora analysiert. Anstatt Migration lediglich als ein zu bewältigendes Problem zu begreifen, beleuchten die Beiträge im zweiten Teil ihre kosmopolitischen Potenziale. Vor diesem Hintergrund werden vielfältige Verbindungen zu anderen People-of-Color-Gemeinschaften in Deutschland gezogen. Denn die komplex zusammengesetzten Identitäten in diasporischen Communities reflektieren unterschiedliche geschichtliche Erfahrungen mit Exil, genderspezifischer Ausbeutung und Rassismus, die kulturelle und gesellschaftspolitische Bedeutungen in sich tragen.

Das Leben zwischen hybriden Kulturen, politischen Grenzen und konstruierten Nationen wird in diesem Buch als eine Form des Zuhause-Seins untersucht. Diese Konstellation stellt eine zentrale Zukunftsaufgabe postkolonialer Migrationsgesellschaften in der Ära der Globalisierung dar.

Mit Beiträgen von Joshua Kwesi Aikins, Mita Banerjee, Biplap Basu, Indira Hong Giang Berghof, Uta Beth, Sun-ju Choi, Huy Dao, Hannah Eitel, Naika Foroutan, Urmila Goel, Kien Nghi Ha, Noa Ha, Feng-Mei Heberer, Tamara Hentschel, Pham Thi Hoai, Jee-Un Kim, Mai-Phuong Kollath, Alisa Anh Kotmair, Yumin Li, Nya Luong, Hanna Hoa Anh Mai, Ruth Mayer, Angelika Nguyen, Baly Nguyen, Bé Ðiem Nguyen-Xuân, Thúy Nonnemann, Günter Piening, Nivedita Prasad, Petra Isabel Schlagenhauf, Antonie Schmiz, Yasemin Shooman, Kimiko Suda, Trinh T. Minh-ha, Anja Tuckermann, Danh Vo und Alke Wierth. Übersetzungen: Madeleine Bernstorff und Emma Dowling. Lektorat: Nika Zablotsky und Peter Veit. Cover: Ngan Thi Dang.

Stimmen zum Buch:

„Mit dem Sammelband gewährt uns Kien Nghi Ha einen Einblick in die Diversität asiatischer Präsenzen in Deutschland. Neben mehreren Beiträgen, die nicht nur für die etablierte Rassismusforschung in Deutschland von Bedeutung sind, finden sich Analysen sozialer und kultureller Praktiken, Untersuchungen medialer Repräsentationspolitiken, Autobiographisches sowie Aufsätze über Community-Pflege und transkultureller Interaktion. Ein ungemein spannender Sammelband, der Autor_innen aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen und künstlerischen Milieus versammelt; ein Band der einmal mehr deutlich macht, dass es höchste Zeit dafür ist, dass das Deutschland, das wir tagtäglich in Cafés, U-Bahnen, Clubs, Restaurants, Schulen, Universitäten, Geschäften, Fußgängerzonen, Tankstellen, Bibliotheken etc. erleben, endlich auch in der deutschen Kultur- und Politiklandschaft sichtbar wird: In Rathäusern und Parlamenten, in Theatern und Museen, in Konzertsälen und im deutschen Fernsehen – überall da eben, wo Deutschland repräsentiert wird“ (Philippa Ebéné, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der Werkstatt der Kulturen Berlin).

„Deutschland ist also asiatisch und in dieser Formulierung ist die Gegenüberstellung von ‚Deutsch‘ und ‚Asiatisch‘ bereits aufgehoben. Von dieser Aufhebung handeln die Beiträge dieses Buches, das sehr lesenswert ist, weil es in analytischen und narrativen Sätzen zeigt, dass Erfahrungen und ihre Artikulation in einem doppelten Sinne politisch sind.
Sie weisen zurück auf politische Verhältnisse, die diese Erfahrungen zuweilen schmerzlich hervorbringen. Und sie widersetzen sich diesen Verhältnissen getragen von aus Alltagspraxis und Intellektualität resultierenden Visionen weniger gewaltförmiger Verhältnisse. Die Politisierung der strukturellen Schwäche derer, die natio-ethno-kulturelle Gegenüberstellungen aufheben, ist die große Stärke des Buches. Eine Ermutigung“ (Prof. Dr. Paul Mecheril, Direktor des Center for Migration, Education and Cultural Studies, Universität Oldenburg).

„Nachdem der dominierende Diskurs über ‚Integrationsdefizite‘ und ‚gute und schlechte Migranten‘ die rassistischen Theorien des 19. Jh. jüngst wiederbelebt haben, holt dieses Buch uns eindrucksvoll ins 21. Jh. zurück. Die hier zusammengestellten Beiträge hervorragender Wissenschafter_innen, Künstler_innen und Akvist_innen bringen es auf den Punkt: Deutschland – und auch Europa – sind unwiderruflich plural, heterogen, hybrid und gerade deshalb spannend und zukunftsfähig (geworden)“ (Prof. Dr. Sérgio Costa, Direktor des Lateinamerika Instituts, Freie Universität Berlin).

„Das erste Buch zu Asian-Germans eröffnet eine spannende neue Perspektive für die Forschung und bietet somit gleichzeitig eine Plattform für multivokale asiatische diasporische Formationsbestrebungen in Deutschland“ (Prof. Dr. You Jae Lee, Leiter der Koreanistik, Universität Tübingen).

Umfassende Informationen zum Buch finden sich auf der Website korientation.



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Buchcover Asiatische Deutsche