Die Evidenz ihrer Quellen ist beeindruckend, ihr theoretisches Rüstzeug überzeugend, und sie formulieren all dies in einem ebenso packenden wie präzisen Stil. Die „Vielköpfige Hydra“ ist eines der herausragenden historiografischen Werke der vergangenen Jahre.
Rüdiger Haude, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 7/8 2010
Dichte, brillant erzählte und in weiten Teilen auch hervorragend dokumentierte Geschichten. In unzähligen Geschichten verliert dieses multiethnische Proletariat jegliche Abstraktheit und manifestiert sich als historisches Subjekt, das in der gängigen Geschichtsschreibung, auch der Labor History, bislang kaum einen Platz einnahm.
Barbara Eisenmann, Und sie wurden Revolutionäre, mare, Nr. 80
Die Autoren illustrieren die verschwiegene Klassenseite dieser Epoche, quasi als innere Geschichte der Arbeiterbewegung. Sie betonen, dass am Anfang des Kapitalismus die Zwangsarbeit stand.
Wildcat, Nr. 70 mehr ...
Das Buch rückt die revoltierenden Heerscharen afrika­nischer Sklaven, städ­tischer Proleta­rier, der Piraten und Ureinwohner der Karibik in den beiden ­Amerikas in den Mittelpunkt. ... brillante Geschichte von unten.
Felix Baum, Im Meer der Armen, jungle world, 3. April 2008 mehr ...
Das Buch bereitet literarisch Freude und lädt zum Umdenken ein. Mit der von Sabine Bartel mit großer Sorgfalt besorgten Übersetzung hat der Verlag ein Buch publiziert, das für das Verständnis antikapitalistischer Bewegungen unerlässlich ist.
Max Henninger, Revolten sichtbar machen, ak, 23.5.2008
Die Autoren schildern die »vielköpfige Hydra« der atlantischen Sozialrevolten des 17. bis 19. Jahrhunderts als multinational und antirassistisch.
Ramona Sinclair, Widerstand in Übersee, junge welt, 21.7.2008 mehr ...
»Die vielköpfige Hydra« ist natürlich nicht der Begleitband zum grellen Piratenspektakel, aber die Geschichten von Widerstand und früher Globalisierung, die hier meisterhaft entfaltet werden, sind genauso spannend. Die amerikanischen Historiker Peter Linebaugh und Marcus Rediker verfolgen zwei Thesen: 1. Es gab eine Globalisierung vor der Globalisierung, sie fand im 17. und 18. Jahrhundert statt, und ihr Nukleus war die Karibik, hier kreuzen und verschlingen sich nie versiegende Ströme von Sklaven, europäischen Auswanderern und Bodenschätzen. 2. Diese Globalisierung war heftig umkämpft – afrikanische Sklaven, enteignete englische Bauern, die sich als Seeleute und Soldaten verdingen mussten, und Ureinwohner desertierten, zettelten Aufstände an, meuterten. Erst mit der Niederschlagung dieser Revolten entsteht der moderne Rassismus – das Phänomen, dass der verachtete und verarmte britische Seemann sich als etwas Besseres dünkt als der Sklave. Linebaugh und Rediker gelingt eine kaum heroisch stilisierende, mithin erstrangige »Geschichte von unten«, weil sie es verstehen, die Zeugnisse kolonialer Gewalt beharrlich auf die Spuren der Rebellion und des Widerstandes zu befragen.
Felix Klopotek, StadtRevue Köln, 8/2008
Doch so interessant die vielen mit unzähligen Quellen belegten Geschichten auch sind, was ist daran neu? Wer hat sich in seiner Kindheit nicht als Indianer geträumt, der sich tapfer den weißen Siedlern entgegenstellt?
Christoph Villinger, Black Atlantic, taz, 10.10.2008 mehr ...
Linebaugh und Rediker argumentieren in ihrer Untersuchung, dass die Entwicklung der piratischen Demokratie maßgeblich beeinflusst war vom widerständigen Klassenbewusstsein eines transantlantischen Protoproletariats.
Thomas Wagner, Der Pirat - ein Demokrat?, WOZ, 11.12.2008 mehr ...
Das Buch ist ein wahres Anti-Geschichtsbuch, das den europäischen Blick hinter sich lässt und noch dazu spannend zu lesen ist.
Peter Nowak, Die »Geschichte von unten« aus anderer Sicht, ND, 16.12.2008 mehr ...
Dass das im englischen Sprachraum zu einem Standardwerk avancierte Buch nun endlich in einer vorzüglichen deutschen Übersetzung von Sabine Bartel vorliegt, muss dem Verlag Assoziation A hoch angerechnet werden.
Patrick Eiden-Offe, H-SOZ-U-KULT, 10.1.2009 mehr ...
Ihre verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks legt Bewegungen offen, die sich dem kapitalistischen Zugriff entziehen wollten und vielleicht schon Formen des Klassenkampfes waren - Menschen verschiedener Herkünfte einte Ideen von Freiheit und die Ablehnung von Ausbeutung. Diese vielen kleinen wie großen Widerständigkeiten zusammengetragen zu haben, ist die besondere Leistung der Autoren.
Tobias Prüwer, Genealogie des Weltmarktes, Leipzig-Almanach mehr ...
Eine wahrhafte Geschichte »von unten«, die ihre ProtagonistInnen nicht paternalistisch-mitleidig als historisch Zu-früh-Gekommene begreift (und entmündigt), sondern in ihrer Eigenständigkeit ernstnimmt und auf die Eingriffs- und Gestaltungsfähigkeit des Menschen in der Geschichte insistiert.
Philippe Kellermann, Die antikapitalistische Hydra, GWR 338
Es ist die faszinierende Lesbarmachung des revolutionären Atlantiks, die der Wirtschaftsgeschichte dieses Raumes eine Geschichte ihrer Subjekte zurückgibt.
Tobias Mulot/Vassilis Tsianos, Die störrische Schlange aus dem Schiffswrack, 19.2.2009 mehr ...
Peter Linebaugh und Markus Rediker formulieren in ihrem grandiosen Buch eine Globalgeschichte von unten.
Jochen Becker, Revolutionärer Atlantik, ila 330 mehr ...
Linebaugh und Rediker formulieren in ihrem Buch eine Globalgeschichte von unten. Sie beschwören Revolten gegen Enteignungen, Aufstände gegen die Sklaverei - und die Solidarität eines "buntscheckigen Haufens" aus englischen Seeleuten und irischen Spaßmachern, Lumpenpredigern und radikalen Sektierern, genossenschaftlichen Piraten, geraubten Westafrikanern und karibischen Indios.
Jochen Becker, Im Paradies der Meuterer, SZ, 8.1.2010
Dem Buch ist eine ähnlich intensive Rezeption wie Thompsons »The Making of the English Working Class« zu wünschen. So wie die Auseinandersetzung mit Thompson maßgelich zur Neufundierung marxistischer Historiographie beigetragen hat, könnte Linebaugh/Redikers Hydra zum zentralen Refernzpunkt einer internationalistischen klassenkämpferischen Geschichtsschreibung im 21. Jahrhundert werden.
Stefan Probst, Perspektiven Nr. 10 mehr ...


Informationen zu

  • Peter Linebaugh mehr
  • Marcus Rediker mehr