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Zahlreiche Abbildungen, 256 Seiten, Paperback, Klaus Viehmann (Hg.)
Nicht vorrätig
| ISBN | 978-3-935936-27-9 |
|---|---|
| Erschienen | 05/2004 |
Bei Assoziation A vergriffen. Eine Neuauflage im Verlag immergrün ist unter der ISBN 978-3-910281-27-1 erschienen.
Inhaltsverzeichnis:
Wer ist ein Spitzel? Einleitung der Herausgeber
Gerhard Sälter: Die Polizei und ihre Spitzel – Eine gemeinsame Entstehungsgeschichte im Paris des 18. Jhdt.
Brigitte Lenel: Urspitzel Judas
Markus Mohr: „Unter der Leitung eines gewissen
Stieber“ – Über den Aufstieg eines Spitzels zum preußischen Geheimrat
Wolfgang Eckhardt: „Genugtuung mit Waffen“ – Die Diffamierung Bakunins als Agent Russlands
Wladislaw Hedeler: Valentin und Rasskin – Das Doppelleben von Ewno Asew
Knud Andresen: Spitzel als Meinungsforscher – Die Hamburger „Wirtschaftsvigilanten“ …
Wladislaw Hedeler: Genosse X – Roman Malinowski
Gideon Botsch: Adolf Hitler: V-Mann der Reichswehr
Wladislaw Hedeler: Rede, Genosse Mauser! Alfred Kattner
Markus Mohr: An den Spitzel Ernst Rambow wird immer noch …
Tobias Lenel: Shakespeares‘ Rosenkranz und Güldenstern
Elfriede Müller: Le cousin – Spitzel im politischen Kriminalroman und Film
Gerhard Sälter: Vom Überwachen der Überwacher – Spitzel des MfS in der Grenzpolizei der DDR …
Markus Mohr: „S-Bahn-Peter“ – Eine Textcollage zur Westberliner APO
Klaus Viehmann: „you can kill a revolutionary, but you can’t …“ – Ein tödlicher FBI-Spitzel
Christian Halbrock: „Kiste“ – Anmerkungen zu IM „Raffelt“ – dem bestbezahlten IM der DDR
Markus Mohr: „Ich fühle mich weder als Konterrevolutionär … “ – Die verwirrten Lebensbeichten des Spitzels Ulrich Schmücker
Sebastian Haunss: Gegenspionage – Bespitzelte Spitzel
Mariella Schwertmüller: Zwielichtige Quellen – V-Männer in der NPD
Dario Rossa: Erbärmlich – „Zapfer Kurt“ und seine Opfer
Christine Daiminger: Multiple Persönlichkeiten? – Zur Psychopathologie des Spitzels
Raul Zelik: Der Spitzel und das Massaker – Die kolumbianische Variante der panoptischen Gesellschaft
Über solche und solche Spitzel – Anstelle eines Nachworts
… und diverse Fallbeispiele aus der BRD
Die Sozialgeschichte des Spitzels: Ein Buch, das man nicht allein lesen sollte. Der von Markus Mohr und Klaus Viehmann herausgegebene Band enthält keine geschlossene Analyse, stellt aber den längst überfälligen Versuch dar, das Thema in die öffentliche Debatte zu bringen.
Jürgen Heiser, Das Allerletzte, junge welt
Weil Marx von der Ablösung der Staatsgewalt durch die »freie Assoziation der Produzenten« sprach, nannte sich ein Verlag Anfang der siebziger Jahre »Verlag Association«. Daraus wurde in den Achtzigern die »libertäre Assoziation«, die sich kürzlich mit der Kooperative »Schwarze Risse« zum Verlag »Assoziation A« vereinigte. Ein traditionsreiches Verlagshaus also, in dem viele schöne Bücher erscheinen, mit denen sich trefflich die Zeit vertreiben läßt, die vor uns liegt, bis endlich mal so viele Produzenten frei sich vereinigt haben, daß wir die blöde Staatsgewalt ohne das übliche Geballere und lästige Kaputtgemache auf den Misthaufen der Geschichte fegen können. So besteht das Programm fast ganz aus geistigen Spreng- und Stinkbomben, nicht frei von Sympathie für handfeste Schandtaten wie Klaus Schönbergers Theorie und Praxis des Bankraubs – Lesefutter für Subversive, deren Abneigung gegen obrigkeitliches Getue so weit geht, daß sie dem Staat nicht einmal das Recht auf Selbstverteidigung einräumen. Auf die Knie mit dem Monster. Das Werk des Verlagshauses, das heute zu empfehlen ist, behandelt fast ausschließlich eine oft unterschätzte Gemeinheit des repressiven Staates: Die seit Olims Zeiten geübte Praxis, verdächtige Subjekte nicht nur von den dazu berufenen Organen ausspähen zu lassen, sondern auch quasi inoffizielle Figuren zum Schutz der herrschenden Klassen einzusetzen. Das Buch ist ein echter Schmöker
Peter O. Chotjewitz, Lizenz zum Schnüffeln, konkret
Eine unterhaltsame und chaotische Kulturgeschichte des Spitzels. Ein „Handwerkskasten“, scherzen Klaus Viehmann und Markus Mohr, die Herausgeber des Bandes „Spitzel“. Kokolores, das wissen sie. Der blinde Griff ins säuberlich geordnete Zangenbesteck, um den zappelnden Vigilanten, den Denunzianten, den Verräter, den V-Mann, den Agent Provocateur, den Diversanten (d. i. Saboteur) oder Blockwart ans Licht zu ziehen, gleicht dem Griff zum Nürnberger Trichter.
Ulrich Enzensberger, Verwirrung und Leidenschaft, taz-mag, mehr …