Christian Raupach aus aspekte/ZDF mehr ...
Monika Thees aus Berliner Literaturkritik mehr ...
Harald Jähner aus Berliner Zeitung mehr ...
Annette Eversberg Zittern in deutschen Hühnerställen aus Deutschlandradio mehr ...
... Der öko-marxistische Stadtsoziologe, der mit seinen Büchern "City of Quartz" und "Ökologie der Angst" ein faszinierendes Menetekel der kalifornischen Zentren zwischen Naturkatastrophe und Rassenkonflikten beschworen hatte, spannt seine methodisch-stilistischen Flügel, um den Angriff der Killerviren aufklärerisch zu begleiten. Die Vogelgrippe, die seit ein paar Wochen wieder in aller Munde ist, ist Davis zufolge keine Mutationslaune der Natur, die aus unberechenbarer genetischer Kombinationslust hervorgeht, sondern beinahe zwangsläufiges Ergebnis kapitalistischer Marktdynamik, die industrielle Massentierhaltung, unzureichende Hygiene und die abrupte Veränderung regionaler Ernährungsgrundlagen zu einer explosiven biologischen Bombe zusammenbrauen. Das Überspringen der Artengrenze, die Möglichkeit einer viralen Infektion von Mensch zu Mensch, die die Gefahr einer Pandemie erst heraufbeschwört, trat Davis zufolge in den vergangenen zehn Jahren stets dort auf, wo massiv in die traditionellen Arbeits- und Lebensbedingungen eingegriffen wurde. ... Man tut Davis nicht Unrecht, sein Buch als Doku-Thriller zu bezeichnen, der nicht davor Halt macht, die verheerende Wirkung der Viren an die Wand zu malen, die stets zuerst die Armen in den urbanen Zentren trifft. Was nun als unheimliche Bedrohung über die Vogelflugrouten heraufzieht, beschreibt Davis als vergleichsweise langsame Geschichte von politischen Fehleinschätzungen und Versäumnissen. Frühe wissenschaftliche Erkenntnisse wurden systematisch in den Wind geschlagen, und noch immer scheint die pharmazeutische Industrie nicht gewillt, in die Produktion von Medikamenten zu investieren. Verdienen, so Davis' trockenes Fazit, lässt sich erst an der Epidemie, aber nicht an deren Vorbeugung. ...
Harry Nutt aus Frankfurter Rundschau
Regina Bartel Wir hängen am Huhn aus Freitag mehr ...
Mit beeindruckendem Sachverstand auch in Fragen der Naturwissenschaft geht Davis vor allem den gesellschaftlichen Bedingungen und Aspekten dieser globalen Krankheitsökologie nach.
Christoph Jünke Die Enten der Apokalypse aus junge welt mehr ...
Ferdinand Muggenthalter aus Jungle World 13/2006 mehr ...
Ronald Düker aus NETZEITUNG mehr ...
Davis geht fast kriminologisch vor, in seinen Ermittlungen nach den Wurzeln der tödlichen Viren, seinen Auswirkungen und Hintergründen. Die Opfer so sein Ergebnis sind in der Regel die Armen in den Megastädten, die ohne medizinische Versorgung und unter schlechtesten Lebensbedingungen einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Einige Kritiker hatten sein Buch über Vogelgrippe Ende letzten Jahres bereits als nicht überzeugendes Katastrophenbild abgetan. Nun entwickelt sich der Virus aber ähnlich - wie bei Mike Davis eigentlich relativ nüchtern und überzeugend beschrieben hat - zum Dauerthema, auch für Europa. Dagegen wirken nun die Pressemeldungen und Fernsehberichte eher als panisch, die Grenzkontrollen bei Reisenden aus der Türkei, Notschlachtungen und fehlende Medikamente zu verstehen versuchen. Wen das irritiert, der sollte noch einmal nachschlagen: und wird bei Mike Davis vielleicht keine beruhigenden Tatsachen finden, vielmehr eine Warnung ... und einige interesasante historische und gesellschaftliche Zusammenhänge.
Markus Kilp Buchtipp aus Radio Palmares
Ein Buch passend zum Freilaufverbot der Hühner. Wer das Buch gelesen hat, wird verblüfft auf die Debatte in unserem Land blicken, in der das Einsperren von Hühnern als Schutz vor Seuchen gilt. ... Pflichtlektüre für alle, die das „geschlossene System“ der Käfighaltung aus seuchenhygienischen Gründen verteidigen, sind die Kapitel über Hühnergrippe und Massentierhaltung.
Götz Schmidt aus Unabhängige Bauernstimme
... Die biologischen Voraussetzungen, vor allem aber die Auswirkung von Kapitalinteressen auf Entstehung, Ausbreitung und Bekämpfung eines solchen „Menschenfresservirus“ beschreibt der Autor mit kriminologischer Leidenschaft. Industrielle Massentierhaltung, die Lebensbedingungen asiatischer Slumbewohner, Profitgier und politische Geheimniskrämerei tragen zu einer explosiven Situation bei. Die Armen vor allem in der so genannten Dritten Welt würden Hauptopfer einer Pandemie. Doch auch bei uns hätte ein „gesund“ geschrumpftes Gesundheitswesen kaum die Voraussetzungen, zigtausende Schwerkranker zusätzlich zu versorgen.
Knauf aus verdi publik


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