Bornsteins Buch gehört m. E. zu den besten Büchern des Jahres. Es ist ihm gelungen, eine temporeiche Geschichte zu erzählen, die den Leser lachen lässt, die ihm aber auch die Luft zum Atmen nimmt.
Nils Rücker aus berlin krimi blog mehr ...
Der 1948 in Afula, Israel, geborene Gabriel Bornstein ist ein multitalentierter Mann mit großem Humor. Nach seiner Tätigkeit als Dramaturg, Filmemacher und Drehbuchautor legt er jetzt den Roman "45 Minuten bis Ramallah" vor, der aus dem Drehbuch des gleichnamigen Films entstanden ist. Es ist eine außergewöhnlich satirische Inszenierung des palästinensisch-jüdischen Konfliktes. Im vorliegenden Buch erlebt der Leser ganz besonders die tragikomische Situation in den besetzten Gebieten in Ostjerusalem und Ramallah durch die satirische Literatenbrille. Der Roman hat 3 Handlungsorte: Hamburg, Jerusalem und Ramallah. Er verbindet nicht nur die 3 Orte, sondern auch 3 Länder mit ihren soziokulturellen und politischen Gegebenheiten. Hauptfiguren sind Rafik und Jamal – palästinensische Brüder, die eine illegale Beerdigung organisieren. Der Roman, dessen Inhalte kohärent und ausgewogen aufeinander bezogen sind, ist wärmstens zu empfehlen.
Yilmaz Holtz-Ersahin aus Besprechungsdienst öffentl. Bibliotheken
Wer dieses Buch liest, schwankt zwischen ungläubigem Staunen und herzlichem Lachen, zwischen Verwunderung und Einsicht, zwischen Kopfschütteln und Erkenntnis. Eine irre, wirre und am Ende doch nachvollziehbare Familiengeschichte, in die man hineingezogen wird, kaum dass man sich auf eine Kriminalkomödie mit Sex-Anteilen in Hamburg eingelassen hat. Wer dann aber auf die Geschichte einer Familie wartet, findet sich unversehens und unfreiwillig in irrationalen, kleingeistigen, komischen, bösartigen und hinterhältigen Auseinandersetzungen in einem besetzten Land. Keine Reportage in einer Zeitung, kein Bericht im Fernsehen könnte die zwischenmenschlichen Beziehungen besser schildern, Einblicke in ein „ganz normales“ Leben mit Misstrauen, Verachtung, Umgehungsversuchen, Tricks und List besser vermitteln und gleichzeitig die verworrenen Bezüge zwischen Israelis und Palästinensern plastischer vor Augen führen. Ein Roman, der Leben in allen Schichten, Bezügen und Beziehungen zeigt: innerfamiliär zwischen Mutter und Söhnen, zwischen Brüdern und den Frauen, die dazugehören, politisch zwischen Besatzern und Verdrängten, zwischen denen, die der Auffassung sind, dass ihnen das Land gehört, und denen, die das Land als ihr ureigenes verteidigen, zwischen denen, die Macht ausüben, und denen, die durch die engen Maschen eines Netzes zu schlüpfen gewohnt sind. Der Nahostkonflikt, in den Mitteilungen, die uns normalerweise erreichen, meist abstrakt und grundsätzlich, wird auf einmal konkret, banal, lächerlich, allzu menschlich, kleinkariert – und auf ganz eigene Weise verständlich. Ganz offensichtlich können die Auseinandersetzungen, kann die Lebenswirklichkeit im umstrittenen Land nur mit schwarzem Humor, mit Komik und einer Geschichte, die sich immer mehr verästelt und den Leser zur Reflexion über die eigentlichen Zusammenhänge und Handlungsstränge zwingt, quasi so nebenbei vor Augen geführt werden. Und am Ende versteht man die unentwirrbaren Verflechtungen und fühlt sich gleichzeitig bestätigt in der naiven Hoffnung, dass alles so einfach zu lösen wäre, wenn es nicht unlösbar verkompliziert würde.
Heinz Glässgen aus Ehemaliger Intendant Radio Bremen
Ein rasantes Roadmovie, das in Hamburg anfängt und in Ramallah endet. »45 Minuten bis Ramallah« heißt der Roman des Israelis aus Ottensen, der demnächst über die Leinwand flimmert.
Birgit Müller Endlich der Durchbruch aus Hinz & Kunzt mehr ...
Wer den schwarzen Humor liebt, liegt mit dem Roman von Gabriel Bornstein "45 Minuten bis Ramallah" genau richtig. ... All die Verwicklungen des Nahostkonflikts werden in diesem Buch auf zwischenmenschliche Beziehungen heruntergebrochen. Mit Humor, bei dem einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt.
Bernhard Perrefort Unheilig im Heiligen Land aus Kirchenzeitung
Sehr, sehr gelungen findet der Rezensent den Roman von Gabriel Bornstein. Dem Drehbuchautor sei gelungen, ein ernstes Thema mit bitterbösem, galligen Humor gekonnt zu bearbeiten.
Christian Koch aus Lettra mehr ...
Temporeich und burlesk bewegt sich die Handlung in einem geographisch-politischen Raum, in dem Versuche, Alltägliches richtig zu machen, fast von vornherein zum Scheitern verurteilt sind.
Thomas Divis aus OneWorld mehr ...
"Ernste Dinge tun oft weh. Komik ist eine Art Schutz dagegen." Gabriel Bornstein im Interview mit Katharina Manzke.
Katharina Manzke aus SZENE Hamburg mehr ...
Gabriel Bornstein spricht mit Petra Schellen über seinen Roman "45 Minuten bis Ramallah" und sein Leben zwischen Israel und Deutschland.
Petra Schellen Dann bin ich wohl ein Jude aus taz hamburg mehr ...


Informationen zu

  • Gabriel Bornstein mehr