"Bastard" ist ein bewußt komponierter Mischmasch von Tönen, die mehr sind als nur "schrill" oder "schräg". Über viele Passagen hinweg hat man den Eindruck, der Text bebt – er artikuliert eine Leidenschaft, die man sonst nicht so häufig liest.
Sabine Peters, Fressen und Kotzen, Freitag, Mai 2004
Worum es geht? Ganz einfach: um ein »Weiter«, gelebtes Unbehagen, die paar Freunde, die man hat, und das kerngesunde Einklagen der Gegenkräfte, die man manchmal nicht hat.
Doris Achelwilm, Figur der gefestigten Unruhe, Spex, Nr. 275, 4/2004
Cem ist „Sauerland-Kanake“, präziser „Abiturtürke“. Er schreibt Briefe nach Korea, in denen er sich über die „Currywurstbuden-Einöde“ und die typische Abendgestaltung an der nächsten Autobahnraststätte auslässt. Er bleibt ruhig, er kann nichts anderes tun, denn Carla Lee, um die es in Raul Zeliks Roman „Bastard“ geht, ist schwierig und in Seoul, um dort als Journalistin zu arbeiten.
Nora Sdun, Packesel und Cat Woman, textem mehr ...
Zeliks Camouflage und Maskerade als "Kanake" ist eine Entscheidung für eine hybride Existenz.
Thomas Schwarz, Reise ans Ende des Imperiums mehr ...
Am Ende des Romans mag eine Erkenntnis stehen, die die Punkband X-Ray-Spex in den 70er Jahren ins Mikrofon schrie: ,,Identity is a crisis, can't you see?" Eine Fluchtlinie ziehend scheint die Figur Carla Lee mit letzter Kraft auf die eigene Delete-Taste zu hämmern, bis sie merkt, dass in der Realität, neben all den eigenen und fremden Vorstellungen, doch etwas bleibt, was sie mag.
Doro Wiese, Identität ist Krise, taz hamburg, 17.3.2004 mehr ...
Carla Lee ist ein "Bastard": portugiesische Mutter, koreanischer Vater, Kindheit in Dortmund und ein Zwischenspiel in Berlin. Identitätsfragmente, Loyalitätskonflikte, Rückblenden und Perspektivwechsel verweben sich mit Politik, Sex und Bulimie zu einer spannenden, gut recherchierten Postmigrationsstory.
Sami Khatib, Bestimmte Negation, de-bug 83
Die Art, wie er seine Figuren leben, scheitern und hoffen lässt, ist außergewöhnlich und alles andere als die übliche deutsche Mittelstandsnarkose.
Hannes Loh, INTRO, April 2004 mehr ...
Raul Zeliks Roman »Bastard« reflektiert Moderne und Depression im Zeichen von Fremdheit und Bulimie.
André Dahlmeyer, Sinn fressen, jw, 23.6.2004
Zeliks Literatur ist zersetzend im besten Sinn: Sie zersetzt die Vorstellung, das Bestehende sei gut, ebenso wie die beliebte Idee von reinen Helden.
Kai Köhler, Zersetzend, literaturkritik.de mehr ...


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