Die chinesischen SozialwissenschaftlerInnen entblättern ein Kaleidoskop empirischer Untersuchungen der Arbeitsbedingungen auf dem Hochbau, in der Automobil- und Elektronikindustrie. Sie untersuchen mittels Befragungen den Alltag und die Arbeitsbedíngungen der neuen Selbstständigen und der HausarbeiterInnen. Abgeschlossen wird das Buch mit einem Überblick über die jüngste Streikwelle im Sommer 2010 und einer theoretischen Abhandlung von Pun Ngai und Kwan Lee über den Klassenbegriff in der Geschichte Chinas seit der Revolution 1949. In der Zeit der Deng'schen Reformen in den 90 er Jahren verschwand der Begriff Arbeiterklasse aus den Erklärungen der kommunistischen Partei. Nun war von Schichten die Rede, Klassenkämpfe gab es nicht mehr, stattdessen wurde unter Führung der Partei die "harmonische Gesellschaft" aufgebaut. Doch das Gespenst der Arbeiterklasse kehrte nach der Jahrtausendwende zurück.
Hauke Benner Making of the Chinese Working Class aus ak 557
Die neun Aufsätze im Buch »Aufbruch der zweiten Generation. Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China« sind ein Muss für alle, die im Mikrokosmos der chinesischen WanderarbeiterInnen den gigantischsten Transformationsprozess aller Zeiten verstehen wollen. … Den AutorInnen geht es um einen alteritären-andersartigen Klassendiskurs, der »die Klasse für sich« so erzeugt, wie es sein muss und in China erstmals geschieht: Von unten, aus der Klassenanalyse eines Daseins unter dem Kommando eines extrem-ausbeuterischen und gewalttätig-kontrollierenden und diziplinierenden »Wohnheim-Fabrik-Arbeitsregimes«. Dieser Ansatz kann das Dilemma postsozialistischer Mentalitäten überschreiten: Entweder lockt die nostalgische Rückwendung – hier zum kulturrevolutionären Maoismus – oder es lockt die Versuchung, die Arbeiterklasse in der Rede von Schichten und Vielfalt der Lebenstile aufzulösen. … Zu Wort kommen ausschließlich chinesische WissenschaftlerInnen. … Hier sagen die ForscherInnen ihre Meinung nicht zwischen den Zeilen, sondern frei heraus. … Und, überhaupt die Forschungsmethoden: Breitangelegte Feldforschung und teilnehmende Beobachtung vom Feinsten, die »Arbeitersubjekte« zum Sprechen bringt und in einem Theorie-Horizont deutet, der vom undogmatischen Marxismus E.P. Thompsons bis zu Foucault, Bourdieu und Derrida reicht. Alles in allem ein Licht in der Finsternis der linken Nacht.
Wolfgang Ratzel Ex oriente lux? aus Contraste
Immer mehr chinesische Wanderarbeiter treten in den Streik. Ihre Hoffnungen und Widerstandsstrategien sind auch ein Thema für linke Wissenschaftler. Das Buch macht die Subalternen zum Ausgangspunkt der Forschung, ohne dabei die neuen Klassensubjekte naiv zu idealisieren.
Felix Wemheuer Sprachlos, aber kämpferisch aus jungle world mehr ...
Pun Ngai und ihre KollegInnen untersuchen in eindrucksvoller Weise Lage, Perspektiven und Widerspenstigkeit chinesischer Wanderarbeiterinnen.
Stefan Schoppengerd Es gibt Hoffnung in Shenzhen aus literaturkritik.de mehr ...
Von Fabrikarbeitersuiziden über »Bossnapping« bis hin zur Situation von Sexarbeiterinnen – in einem neuen Sammelband untersuchen Wissenschaftler und Aktivisten die aktuelle Lage der Arbeiterklasse in China.
Peter Nowak aus Neues Deutschland mehr ...
Gerade weil sich angesichts einer globalisierten Ökonomie und dem geopolitischen Aufstieg Chinas hierzulande mehr und mehr die Frage nach den Möglichkeiten einer solidarischen Bezugnahme auf die Kämpfe der chinesischen (Wander-)ArbeiterInnen stellt, ist eine intensive Beschäftigung mit der Situation vor Ort dringend notwendig. Dafür stellt Aufbruch der zweiten Generation einen unverzichtbaren Baustein dar. Deshalb: Pflichtkauf!
Felix Wiegand Neue kämpfende Klassensubjekte in China aus Perspektiven Nr. 13 mehr ...
Natalie Wohlleben aus Portal für Politikwissenschaft mehr ...
Der Schreibstil, klar und flüssig, vermittelt einen sehr guten und vor allem menschlichen Einblick in das Leben der ArbeiterInnen dieser neuen Generation. Ein spannendes und sehr informatives Werk.
Martina Seehuber aus Südwind mehr ...


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