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HOME >> Rezension >> Schmolze | Rauchfuss (Hrsg.) : Kein Vergeben. Kein Vergessen  
 
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Gründlich und engagiert recherchierte Beiträge
Thea Struchtemeier : aus ila 328 mehr ...
Mindestens in den Bücherregalen von Aktivistlnnen und Historikerlnnen sollte „Kein Vergeben. Kein Vergessen“ künftig einen festen Platz eingeräumt bekommen.
Jens Kastner : aus junge welt (14.10.2009) mehr ...
Der Band ist ein wahres Handbuch der Vergangenheitsarbeit, ein zuverlässiges und aufschlussreiches Nachschlagewerk auch für Leser, die in der Thematik zu Hause sind.
Rainer Huhle : aus menschenrechte.org mehr ...
Ein wichtiger Beitrag zur Gerechtigkeitsforschung
Anette Lang : aus taz (25.7.2009) mehr ...
Geschichte aus der Perspektive der Opfer zu schreiben erfordert Nähe zu den Beteiligten und eine schwierige Balance zwischen Objektivität und eigenem Engagement. Bianca Schmolze und Knut Rauchfuss lassen sich anhand von zwölf Länderbeispielen auf dieses Unternehmen ein.
Dieter Maier : "Perspektive der Opfer" aus welt-sichten 09-2009 mehr ...
 
Thea Struchtemeier aus ila 328
An dem spezifischen Punkt der Ungleichheit und da, wo mangelndes Recht und nicht erfahrene Gerechtigkeit zu Ungerechtigkeit führen, setzt die penible Arbeit von Bianca Schmolze und Knut Rauchfuss an. An zahlreichen Länderbeispielen führen sie vor, dass die globale Kultur einer Straflosigkeit von Menschenrechtsverbrechen nicht zu durchbrechen war. Ihre Aufsatzsammlung zeigt exemplarisch, wie Betroffene von Menschenrechtsverletzungen in jeweils zwölf Ländern, von denen fünf aus Lateinamerika sind (andere beziehen sich auf Afrika, Asien und das ehemalige Jugoslawien), einfordern, dass die Täter juristisch zur Verantwortung gezogen werden. Von diesen Kämpfen handelt dieses Buch. ...
Schmolze und Rauchfuss sind Mitglieder in der Bochumer Medizinischen Flüchtlingshilfe, die eine Kampagne unter dem Thema „Gerechtigkeit heilt“ führt. Aus ihrer Erfahrung in der Gesundheitsarbeit mit Flüchtlingen wissen sie, dass die Straflosigkeit von Menschenrechtsverbrechen zu neuen Traumata führt. Die gründlich und engagiert recherchierten Beiträge von Schmolze/Rauchfuss sind eine vertiefende und beispielgebende Ergänzung ...
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Jens Kastner aus junge welt (14.10.2009)
Der Kampf um die Aufarbeitung der in Militärdiktaturen oder Bürgerkriegen begangenen Verbrechen und gegen die Straflosigkeit der Täterlnnen dauert an, mit unverminderter Zähigkeit könnte man sagen, aber in verschiedenster Form. ... Bianca Schmolze und Knut Rauchfuss haben einige dieser Formen zusammengetragen und detailliert geschildert. ... Sämtliche auf Interviews mit Akteurlnnen und Expertlnnen vor Ort basierende Beiträge quellen vor Faktendichten nur so über. ...
Die Straflosigkeit der Täterlnnen, so eine der Ausgangsthesen des Buches reißt die erlittenen Wunden der Opfer täglich neu auf. Zudem geht die nicht geahndete Gewalt der Vergangenheit häufig in die Straflosigkeit der Gegenwart und damit in quasi legitimierte Alltagsgewalt über, wie Schmolze am Beispiel Guatemalas beschreibt. Deshalb kämpfen nicht nur Opferverbände und ihre Familien, sondern auch Menschenrechtsgruppen und soziale Bewegungen für die Aufarbeitung der systematischen Gewalt. ... Dass dies schließlich geschieht, ist nicht der simplen Einsicht geschuldet, sondern muss hart erkämpft werden. ... Während die sozialen Bewegungen in allen lateinamerikanischen Ländern als wichtige Akteurlnnen in der Durchsetzung auch gerichtlicher Aufarbeitungen fungierten (und fungieren), waren es laut Schmolze und Rauchfuss in den asiatischen und afrikanischen Ländern (mit Ausnahme Südafrikas) sowie in Jugoslawien „vorwiegend die Vereinten Nationen, die die strafrechtliche Aufarbeitung der Vergangenheit herbeiführten“.
Der Band ist somit einerseits als Studie zu den konkreten Kämpfen sozialer Bewegungen zu lesen. Andererseits greift der Aufsatzband aber auch in die Debatte um Geschichts- und Vergangenheitspolitiken in Lateinamerika ein ... Mindestens in den Bücherregalen von Aktivistlnnen und Historikerlnnen sollte „Kein Vergeben. Kein Vergessen“ künftig also einen festen Platz eingeräumt bekommen.
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