| Aus Frankreich kommt ein schönes Beispiel dafür, wie man intelligent zeitgeschichtliche Kriminalromane schreiben kann, ohne zu naiven oder nur dummen und sinnlosen Verlagerungen von Grimmi-Plots in irgendeine Vergangenheit zu greifen: "Die Seele in der Faust" von Patrick Rotman. Ein Roman, der als Filmprojekt über die manchmal bösartigen Verwicklungen der Résistance in die politische Großwetterlage zwischen Antifaschismus und Stalinismus daherkommt. Rekonstruktion via Fiktion, was Verrat, Mord, Ideologie, Liebe und Unmenschlichkeit nicht schöner, aber weniger sortierbar macht. So könnte in der Tat eine radikale jüdische Widerstandsgruppe agiert haben, lange bevor Tarantino seine »Inglourious Basterds« ins Rennen schickte. Ein kluges Nachwort von Elfriede Müller liefert den nötigen Kontext. Gut, dass solche Bücher immer noch übersetzt und sorgfältig gemacht werden. |