Gruppe Blauer Montag

Risse im Putz

Autonomie, Prekarisierung und autoritärer Sozialstaat

ISBN 978-3-935936-72-9 | erschienen 11/2008 | 192 Seiten | Paperback | lieferbar | 14,00 €

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Die Hamburger Gruppe Blauer Montag, die ihren Ursprung in den Jobber- und Erwerbsloseninitiativen der 1980er-Jahre hat, zählt zu den wenigen Zusammenhängen der autonomen Linken, die die »soziale Frage« seit Jahren zu ihrem zentralen Thema gemacht hat. Der Übergang von Welfare zu Workfare ist einer ihrer Untersuchungsgegenstände. Anders als die neokeynesianisch orientierte Traditionslinke, aber auch in Abgrenzung zu Vertretern eher neoliberaler Grundeinkommensvarianten stellt die Gruppe den Zusammenhang von kapitalistischem Kommando und Mehrwertabpressung im Produktionsprozess mit der sozialstaatlich regulierten Reproduktion in den Fokus ihrer Kritik. Mit ihren Texten interveniert sie in ein zwischen Autonomen und Linksgewerkschaftern angesiedeltes Debattenfeld um Arbeitsmarkt und Sozialpolitik. Der Blaue Montag formuliert dabei einen lebendigen Einspruch gegen Prekarisierung, Zwangsflexibilisierung und autoritären Sozialstaat.

»Unsere Perspektive ist die Diskussion um die Politisierung der sozialen Reproduktion und – vor allem – eine Perspektive des Widerstandes, des Konfliktes, der individuellen Alltagswiderständigkeit wie auch der organisierten sozialen Bewegung.«

Das Buch bildet einen zentralen Debattenstrang der sozialrevolutionären Linken ab und ist in theoretischer, bewegungsgeschichtlicher und auf praktische Intervention zielender Hinsicht äußerst interessant.

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Inhaltsverzeichnis

Teil 1: Arbeitszwang, Sozialstaat, »neue« Fabrik

Überlegungen zur Umstrukturierung des zweiten Arbeitsmarktes und zur Zwangsarbeit
»Alles Toyota – oder was?«. Lean Production und ihre Konsequenzen für die Klassenorganisierung
Der Sozialstaat zwischen Globalisierung des Kapitals und »moralischer Ökonomie«
Gegen die Hierarchisierung des Elends. Überlegungen zu Prekarisierung, Existenzgeld und Arbeitszeitverkürzung

Teil 2: Flexibilisierung und Aktivierung – ein umkämpftes Terrain

Auf dem »Dritten Weg« ins 21. Jahrhundert?. Überlegungen zur neuen Sozialdemokratie
»Kulturloser Rockerhaufen«. Aus dem Innenleben der New Economy
Arbeitskraftunternehmer, Ich-AG und »aktivierender Sozialstaat«. Die neuen Hierarchien des Arbeitsmarktes
Revolution der Kleinbürger. New Labour, Rechtspopulismus und die Suche nach Hegemonie

Teil 3: Prekäres Leben – prekäre Linke

Von Bäckereien, neuen Rezepten und leer geräumten Supermärkten. Ein Beitrag zur aktuellen Aneignungsdiskussion
Umkämpfte Normalität. Prekarisierung und Neudefinition proletarischer Reproduktionsbedingungen
Auch mit Solidarität kannst du Pleite machen. Ein Gespräch über Kollektivität, linke Ansprüche und selbstständige Arbeit
No Country for Old Men. Prekarisierung und neue Unübersichtlichkeit in Großbetrieben