Autor*innenkollektiv Gras & Beton (Hg.)

Gefährliche Orte

Unterwegs in Kreuzberg

ISBN 978-3-86241-463-5 | erscheint 02/2018 | 240 Seiten | Paperback | 0,00 €

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»Kriminalitätsbelastete Orte«, »gefährliche Orte« oder »Gefahrengebiete«. Der Diskurs um stigmatisierte Räume spielt in Stadtentwicklungssoziologie, Stadtplanung und polizeilicher Praxis eine immer größere Rolle. In ihnen gelten mehr und mehr Sondergesetze und die Polizei hat besondere Befugnisse, die tief in die verfassungsmäßigen Grundrechte eingreifen. Mit sozialtechnischen Instrumenten wird versucht, den Auswirkungen des globalisierten Kapitalismus auf Stadtteilebene Herr zu werden.

Die Rede von »hochgefährlichen Arealen«, in denen über Gewalt, Exzesse und Drogen geklagt wird, geht dabei einher mit der Verlockung, als Tourist*in genau dort die authentische Metropolenerfahrung zu finden oder in einer schicken Wohnung, in Carlofts oder Urban Townhouses ein paar »wilde Jahre« zu verbringen. Damit wird gleichzeitig der Prozess von Gentrifizierung und Verdrängung angeheizt – mit gravierenden Folgen für die Bewohner*innen.

An den exponierten Beispielen des Kottbusser Tors und des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg unterzieht eine Gruppe junger Wissenschaftler*innen aus dem Bereich der Metropolitan Studies den Diskurs um »gefährliche Orte« einer kritischen Revision.

Das Autor*innenkollektiv untersucht die sozialräumliche Entwicklung dieser Gebiete, analysiert die darauf bezogenen polizeilichen und sozialtechnischen Maßnahmen und stellt die Frage, für wen das Recht auf Stadt in diesen Räumen gilt. Es schildert die Mythen, Besonderheiten und die widerständige Geschichte Kreuzbergs und rekonstruiert einige der herausragendsten Kämpfe für das Recht hier zu sein und hier zu bleiben.



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